

Nach dem erfolgreichen Aufbau der 2. Gruppe im Herbst 2008, die mit 17 Familien gestartet ist, lag der Schwerpunkt im Jahr 2009 auf der inhaltlichen Profilierung der Gruppentreffen und auf der systematischen Analyse und Herangehensweise der Herausforderungen und Schwierigkeiten in der Umsetzung des Programms.
Wir haben gelernt, dass viele der Anfangsschwierigkeiten darin bestehen, dass die Übungsanleitungen nur langsam vorgelesen werden können. Auch die Kinder müssen Geduld mit ihren Müttern haben. Die Mütter wiederum lernen nach und nach die Art der Übungen kennen, werden sicherer und können das Programm dann spielerischer und für das Kind motivierender umsetzen.
Wichtig ist, das Programm individuell nach den Fähigkeiten des Kindes zu gestalten und zu variieren. Die Eltern haben so die Chance zu lernen, sich konkret auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzustellen, statt ein Aktivitätenheft einfach nur „durchzuziehen.
Highlight: Abschlussfest des ersten HIPPY Jahrgangs
Am 19.06.09 konnten wir 17 Familien des ersten HIPPY-Jahrgangs erfolgreich aus dem Programm entlassen. Das alljährliche Sommerfest war gleichzeitig Abschlussfest der scheidenden Familien. Landesbeauftragte Frau Weber überreichte den Kindern ihr HIPPY-Diplom, ein T-Shirt sowie eine Mappe der gesammelten schönsten Werke aus den Aktivitätenheften. Auch die Mütter wurden mit einer Rose für ihren Einsatz für die Zukunft ihrer Kinder geehrt.
Neben dem Bürgermeister, Herrn Hänlein, und dem 1. Beigeordnete Herrn Schaile waren auch Vertreter der Rotarier sowie des Zusammenschlusses türkischer Vereine anwesend, die Spenden an HIPPY übergaben. Auch der Verein Interkultur, an dessen Vereinshaus im Lamottepark die Feier stattfand, war wieder unterstützend dabei.
Das tolle interkulturelle Büffet, der Clown Knuddel und andere Kinderaktivitäten rundeten das bunte Programm ab. Ein großer Erfolg nach den Aufbaujahren des Programms konnte so gefeiert werden.
Der begleitende Deutschkurs in Kooperation mit dem Internationalen Bund für türkisch-sprachige Mütter, der im August 2008 gestartet ist, wurde im Juni 2009 beendet. Für einen neuen Kurs waren nicht genügend Interessierte vorhanden.
Die neue Gruppe
Im Frühsommer 2009 konnten bereits viele Aufnahmegespräche für die neue Gruppe durchgeführt werden, da sich viele Familien selbst gemeldet hatten. Nach der Werbephase im September 2009 ist die neue Gruppe mit 21 Familien nun sehr voll. Kulturell bereichern uns eine italienische und eine tamilische Familie.
Die Start und Aufbauphase von HIPPY in Germersheim ist nach dem erfolgreichen ersten Durchlauf abgeschlossen. Es gibt immer noch etwas zu lernen, einiges zu verbessern und viele neue Erfahrungen, auf die wir uns freuen. Wir erleben, dass HIPPY Familien konkret unterstützt, die Eltern-Kind-Bindung stärkt, die deutschen Sprachkenntnisse fördert und Familien und Kulturen vernetzen kann. Wir hoffen, dass uns die Finanzierung vor allem von Stadt und Kreis Germersheim noch lange erhalten bleibt.
Interessierte können sich bei der Programmleiterin Marion Telgenbüscher informieren – auch ein ausführlicher Jahresbericht liegt vor. Bürozeiten sind i.d.R. montags – donnerstags vormittags (Tel. 07274-9491804) beim KSB e-Mail: hippy(at)kinderschutzbund-germersheim.de
Zwischenbericht 2009
Aufbau der zweiten Gruppe
Nach der intensiven Werbephase in allen Kitas und Kindergärten in Germersheim und Sondernheim war die zweite Gruppe im September 2008 mit 17 Familien schnell voll besetzt. Den engagierten Leiterinnen und Erzieherinnen, die viele Familien konkret auf HIPPY aufmerksam gemacht haben, sei nochmals gedankt. Eine Erfahrung aus dieser Werbephase war, dass die direkte, muttersprachliche Ansprache durch die Hausbesucherinnen sehr viel gebracht hat. Klar geworden ist aber auch, dass viele Familien trotz des durch die Erzieherinnen festgestellten Bedarfs nicht zu motivieren waren, sich für das Programm zu öffnen. Kaum eine der „geschickten“ Familien war für eine Teilnahme zu begeistern. So bleibt festzuhalten, dass die Freiwilligkeit und Eigenmotivation grundlegend für eine erfolgreiche Teilnahme sind.
Die Auswahl der Familien für die zweite Gruppe erfolgte daher auf dieser Basis - unter der Voraussetzung, dass ein Bedarf für die jeweilige Familie vorhanden ist. Die teilnehmenden Familien sind sehr motiviert. Trotz üblicher Anfangsschwierigkeiten, bis das Programm auch für die Kinder im Alltag integriert ist, ist von der zweiten Gruppe noch keine Familie abgesprungen.
Die HIPPY-Gruppen sind nicht mehr rein auf türkisch- und russisch-sprechende Familien begrenzt, sondern offen für alle Familien. Dies wurde in der Werbephase auch kommuniziert. Der größte Anteil bleibt allein von den Bevölkerungsanteilen jedoch weiterhin mit russischem oder türkischem Migrationshintergrund. Wir sind offen und flexibel für die verschiedensten Wege, eine erfolgreiche Teilnahme am HIPPY-Programm zu ermöglichen. So haben wir in der zweiten Gruppe eine deutsche und eine britisch-kenianische Familie aufgenommen. Bei der deutschen Familie stellte sich bald heraus, dass das Programm für das Kind, das ja nicht zusätzlich deutsch lernen muss, zu einfach war. Daher haben wir es nahtlos in das zweite HIPPY Jahr übernommen.
Die Sprachkenntnisse der Mütter, die hauptsächlich das Programm mit ihrem Kind durchführen, sind sehr gemischt – ca. die Hälfte der Frauen hat eher schlechte Deutschkenntnisse. Viele der Anfangsschwierigkeiten bestehen daher darin, dass auch die Kinder Geduld mit ihren Müttern haben müssen, die die Übungsanleitungen nur langsam vorlesen können. Die Mütter wiederum lernen nach und nach die Art der Übungen kennen, werden sicherer und können das Programm dann spielerischer und für das Kind motivierender umsetzen.
Die Gruppentreffen in der neuen Gruppe laufen im Vergleich zur ersten Gruppe etwas instabiler, da es vielen Teilnehmerinnen durch eigene Berufstätigkeit nicht möglich ist, regelmäßig teilzunehmen. Eine Stammgruppe von ca. 6 Frauen kommt sehr regelmäßig, die weiteren Mütter unregelmäßig, manche können gar nicht kommen. Im bundesweiten Vergleich ist dies ein Trend, der zunimmt und auf den HIPPY flexibel reagieren muss. Die Gruppentreffen bilden für die Mütter eine große Chance des Austausches, der Kontakte und der Information über viele relevante Themen ihres Alltags, auf den wir ungern verzichten wollen.
Sie stärken auch die Zugehörigkeit zu dem Programm und erleichtern es, zwei Jahre daran teilzunehmen. Daher haben wir versucht, auch Gruppentreffen am Nachmittag oder besondere Themen, auch zu Zeiten, die für Elternpaare geeignet sind, anzubieten – mit mäßigem Erfolg. Umso wichtiger sind die Hausbesuche, die die Qualität und Stabilität des Programms sichern.
Die erste Gruppe
Für die seit 2007 laufende HIPPY-Gruppe geht es jetzt in den Endspurt. Wir sind sehr zufrieden, dass die Motivation und das Durchhaltevermögen dieser Gruppe ausgesprochen gut sind. Nur eine Familie hat den Einstieg nach der Sommerpause nicht mehr geschafft. Alle anderen Familien üben weiterhin regelmäßig mit ihrem Kind die Aktivitätenhefte und kommen auch so gut es geht zu den Gruppentreffen. Die Kinder machen insgesamt gerne mit - es gab keine größeren Motivationsprobleme. Wichtig ist, das Programm individuell nach den Fähigkeiten des Kindes zu gestalten und zu variieren. Die Eltern lernen sich auch hier konkret auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzustellen, statt ein Aktivitätenheft einfach nur durchzuziehen.
Erste Auswirkungen zeigen sich inzwischen deutlich: Neben den verbesserten Sprachkenntnissen nimmt die Unsicherheit bzgl. des nahenden Schulbeginns langsam ab und macht einer größeren Gelassenheit Platz. Die Rückmeldungen aus den Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass die meisten HIPPY-Kinder gut vorbereitet sind. Auch die Mütter und Väter haben die Rolle der unterstützenden, anleitenden und begleitenden Lehrperson für ihr Kind verinnerlicht, was für die Hausaufgabenbetreuung ein Gewinn sein wird. Außerdem stellen wir fest, dass sich die Familien, insbesondere die Mütter, zunehmend an weiteren Aktivitäten sowohl im Kinderschutzbund als auch insg. in Germersheim beteiligen und dass manche sich stärker engagieren, sei es in der Kita (Elternbeirat) oder z. B. bei „Germersheim liest vor“.
Marion Telgenbüscher
Tel. 07274-9491804
Bürozeiten:
Montag – Donnerstag vormittags
und Mittwoch nachmittags
DKSB Germersheim
Waldstr. 5
Mitarbeiterinnen:
Irina Wetterauer, Nebiye Gültekin
Sevgi Demir
Land Rheinland-Pfalz
Kreis und Stadt Germersheim
Kinderschutzbund
