

20/09 2010
Kinderarmut - gemeinsam Barrieren überwindenDie Armutsschere muss geschlossen werden….
… das forderte der Kinderschutzbund Kreisverband Germersheim mit seiner diesjährigen Aktion zum Weltkindertag am Montag, den 20. September, und schloss sich damit der europaweiten Kampagne an.
Strahlend blauer Himmel und heller Sonnenschein belohnte die Akteure, für ihre zum Teil wochenlangen Vorbereitungen auf diesen Tag. Ab 9.00 Uhr begann der Aufbau von Infoständen zum Thema Kinderarmut. Flyer wurden ausgelegt, Plakate mit rotem Signalband auf das Boden-Pflaster geklebt, Seile um die 4 Fahnenmaste gespannt, mit bunten Luftballons, die das Logo des Kinderschutzbundes zeigten, behängt. Große aufgespannte Banner des Vereins zeigten, wer hier heute für was aktiv war. Doch was wäre eine geplante Aktion des Kinderschutzbundes ohne Kinder!? Bald füllte sich dann auch der Platz mit den beiden Schulklassen aus 6b und 6d der Ethikgruppe aus der Realschule Germersheim in Begleitung ihrer Direktorin Frau Krost. Diese Kinder hatten sich in vielen Unterrichtsstunden zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Maier-Lohmann ganz intensiv mit dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ auseinandergesetzt. Entsprechend umfangreich war deshalb ihr Beitrag zur Aktion. Die Kinder hatten selbst Schilder angefertigt zur Frage: „Wann ist ein Kind bei uns arm?“ ….“wenn die Eltern keine Arbeit haben“…..“wenn es keine Schulbildung hat“…..“wenn es nicht an den Klassenfahrten teilnehmen kann“, so und ähnlich argumentierten die Schüler. Zudem machten die Kinder an der aufgestellten Plakatwand deutlich, dass es schon recht viel Geld kostet, hier in Deutschland zur Schule zu gehen und listeten auf:
10 € pro Jahr für Hefte, 12 € Papiergeld für Kopien, 15 € Anschaffung einer Blockflöte, 2 x 10 € für Wandertag, 10 € Taschengeld für Wandertag, 30 € Schuhe für den Sportunterricht, 15 € für einen Füller und Tinte …, unendlich lang war diese Liste und jeder kann sich ausmalen, welcher Betrag hier zusammenkommt.
Mitgebracht hatten die Kinder auch ein einstudiertes Lied von Peter Maiwald, das dann hinter symbolisierten Hürden (die es zu überwinden gilt) vorgetragen wurde: „Wenn ein Kind geboren wird, braucht es…. eine Wohnung, Kleider, eine Spielzeugkist….ein eigenes Bett, Bücher…Tiere aller Arten…einen Vater der Arbeit hat, eine kluge Mutter, Wälder, Wiesen…. usw. Zum Schluss heißt es hier …“wenn ein Kind nichts davon hat, kann´s nicht menschlich werden“.
Begrüßen konnte der Kinderschutzbund auch die Klasse 4C der Geschwister-Scholl-Schule mit Ihrer Lehrerin Frau Jansen. Hier war das Thema „Kinderarmut“ Teil des Sozialkunde-Unterrichts in den letzten Wochen und alle Kinder hatten ihre Ansicht zur Kampagne bildhaft zu Papier gebracht. Auch die Klassen 6 und 7 der Nardini-Schule waren mit ihren Lehrerinnen Frau Schwarz und Frau Dollt gekommen Alle Kinder bemalten das Steinpflaster des Bodens mit Symbolen, Sprüchen und Bildern nach ihren Vorstellungen.
Extra mit Bus und Bahn angereist waren die Vorschulkinder des Kindergartens St. Elisabeth aus Lingenfeld mit ihrer Leiterin Frau Engel und 2 weiteren Erzieherinnen, um sich mit dem armen Kindern solidarisch zu zeigen. Die Kleinen hatten in mühevoller Kleinarbeit all die Dinge ausgeschnitten und auf Plakate geklebt, die sich ihrer Meinung nach, arme Kinder nicht leisten können. Es ist wirklich beeindruckend, wie weit hier die Vorstellungskraft der Kinder reicht, waren sich alle Vorstandsmitglieder des Kinderschutzbundes einig.
Frau Marianne Buresch hatte eine große Anzahl Töpferwaren, insbesondere Schalen, aus den Klassen 5 und 6 der Integrierten-Gesamt-Schule Rülzheim mitgebracht, die sie selbst mit den Schülern zum Weltkindertag getöpfert hatte, mit symbolischen Begriffen der Ausgrenzung von armen Kindern.
Anteil an der Aktion nahmen auch unser Bürgermeister Herr Marcus Schaile für die Stadt Germersheim und Frau Rita Weindel-Jöckle vom Jugendamt Germersheim.
So zeigte sich der Platz mit über 120 Kindern und Erwachsenen von seiner bunten Seite. Der Kinderschutzbund hatte versucht, auf die Problematik und den Missstand aufmerksam zu machen und einen Anstoß zum Nachdenken zu geben. Das ist ihm mit Sicherheit gelungen.
Paul Josef Nardini, der Patron und Namensgeber dieses Platzes mitten in Germersheim, hätte diese Aktion des Kinderschutzbundes gefallen. Galt er doch Mitte des 19. Jahrhunderts schon als Vater der Armen und ganz besonders lagen ihm immer die Kinder am Herzen. Somit war diese Veranstaltung sicher ganz in seinem Sinne. War es der blendend helle Sonnenschein um die Mittagszeit? Oder war es eine optische Täuschung? Die Vorstandsmitglieder, die um diese Zeit ihren Infostand abbauten, Materialen, Absperrbänder und die Arbeiten der Kinder einpackten, sind sich auf jeden Fall sicher: Nardini auf seiner Säule hat gelächelt – ein wenig mehr als sonst.
Trommelwirbel am Weltkindertag 20.09.2009
Nahezu 100.000 Kinder und Erwachsene trommeln
im ganzen Land für Kinderrechte
am Sonntag, den 20.09.2009
- in Germersheim auf dem Königsplatz um 14 Uhr -
mit Unterstützung der Musikschule Germersheim
Der Weltkindertag ist „der Tag“ des Jahres im Deutschen Kinderschutzbund.
„Es ist bislang noch zu wenig geschehen! Wir brauchen ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung der Kinderarmut. Gesundheit, Schutz, Förderung, Bildung und Beteiligung sind Grundrechte aller Kinder. Deswegen gehören sie auch ins Grundgesetz! Mit solchen Aktionen zum Weltkindertag werden Kinderrechte von vielen Menschen endlich gehört!“, so Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes.
Der traditionell vom Deutschen Kinderschutzbund am 20. September veranstaltete Weltkindertag verknüpft neben dem Spaß für Kinder und Eltern stets politische Forderungen. Gemeinsam trommeln am diesjährigen Weltkindertag Kinder und Erwachsene für Kinderrechte, die Erwachsenen können sich an der Unterschriftenaktion „Kinderrechte ins Grundgesetz“ beteiligen.
Bis Oktober sollen 50.000 Unterschriften im Aktionsbündnis von Deutscher Kinderschutzbund, Deutsches Kinderhilfswerk und Unicef zusammenkommen, um endlich „Vorfahrt für die Kinderrechte“, wie das Motto der gemeinsamen Aktion fordert, zu gewähren.
Mit dieser Aktion werden Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat aufgefordert, endlich die Rechte der Kinder im Grundgesetz zu verankern.
Staat und Gesellschaft sollen das Wohl von Kindern in den Mittelpunkt stellen, Kinder als eigenständige Persönlichkeiten anerkennen, die Förderung und den Schutz für Kinder verbessern und die Beteiligung von Kindern zulassen, wenn es um ihre Belange geht.
Unsere bundesweite Trommelaktion macht laut und lustig darauf aufmerksam, dass die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz jetzt sein muss.
Um mit der Aktion auch gebührende Aufmerksamkeit in unserer Stadt zu erreichen, benötigen wir viele „Trommler“ – Kinder und Erwachsene –
Zur Einstimmung und als Übung findet ein Workshop statt
am Samstag, den 19.09.09 um 11 Uhr unter Leitung von Markus Faller
im Konzertsaal der Musikschule und Musikakademie Germersheim / Hufeisen
- kostenfrei und für jeden, dem Kinderrechte eine Herzenssache sind –
Weitere Veranstaltungen beim Kinderschutzbund Kreisverband Germersheim e. V. sind:
vom 20. - 27.09.09 - Woche der Kinderrechte
Sa. 26.09.09 - Zirkus-Workshop für Kinder beim Kinderschutzbund in der Waldstr. 5
20/09 2008
Weltkindertag im Kinderschutzbund![]() |
Am Samstag, 20.09.08 fand in den Räumen des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband GER e.V. ein Clownerieworkshop zum Thema Kinderrechte statt. 13 Kinder nahmen die Gelegenheit wahr sich einen ganzen Tag in Komik, Körpersprache und gemeinsames Rollenspiel zu üben. Die Lust am Erlernen neuer Fähigkeiten und das Improvisieren auf der Bühne machte den Kindern viel Spaß. Zum Abschluß wurde das Ergebnis einem zahlreichen Publikum präsentiert, unter ihnen auch der Jugenddezernent Herr Rainer Strunk. Ob „Willhelm Tell", magische Rechenkünste, „der stärkste Clown" oder „Langeweile", die Akteure wurden mit herzlichem Applaus belohnt.
Das Thema Kinderrechte in diesem Workshop kam auch nicht zu kurz und spiegelt sich in den Antworten auf die Frage „Welches Kinderrecht ist Dir ganz wichtig ?" wider. So meinte Raoul (10 J.) „Kinder sollen im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt werden". Florian (9 J.) fand „behinderte Kinder brauchen mehr Schutz und Hilfe" und Micha (5 J.) war das Recht auf gesunde Ernährung sehr wichtig, denn es gab zum Mittagessen „Spaghetti" sein Lieblingsgericht.
Das Thema Kinderrechte wird in Rheinland Pfalz sehr ernst genommen und es bleibt zu hoffen, dass diese auch endlich in das Grundgesetz aufgenommen werden.










